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  Historischer Hintergrund - "Drehbuch"

   
 

Die Stadt Gronau betreibt nach der Erteilung der Stadtrechte, besonders aber kurz nach dem Ersten Weltkrieg, aktive Kulturpolitik. In der Frühphase der Weimarer Republik verbinden sich städtisches und bürgerschaftliches Engagement, um Verfassungsfeiern und ähnliche Anlässe angemessen zu gestalten.
Die Situation als Industriestadt, deren Einwohnerzahl stetig bis auf ca. 20.000 Einwohner steigt, bringt es zudem mit sich, dass der Unterhaltungssektor "großstädtische" Züge aufweist. Hotels, Cafés und Kinos bieten Massenunterhaltung. Live-Kapellen treten auf, Tourneetheater spielen regelmäßig Operetten.
Parallel dazu existiert im Fabrikanten-Club eine Kultur der "guten Gesellschaft". Dieser Bedarf an öffentlicher und privater Musik eröffnet Profi- und Laienmusikern vielfältige Arbeitsmöglichkeiten. Von Anfang an ist die Musikszene eine deutsch-niederländische. Diese Kooperation findet ihren Höhepunkt in der gemeinsamen Opern- und Operettenproduktionen ab 1935, die jeweils in Enschede und Gronau aufgeführt werden.
Die jüngere Generation spielt ab 1940 Jazz. Wegen der Kulturpolitik des nationalsozialistischen Staates hat sie erst nach 1945 eine Chance zur Entfaltung. Der Zweite Weltkrieg zerstört die deutsch-niederländische Zusammenarbeit. Je nach Ebene vergehen bis zu zwanzig Jahren, bis der Stand von 1939 wieder erreicht wird.
Die Strukturen des "bürgerlichen" Gronauer Musiklebens bleiben trotz einschneidender Veränderungen bis zum Generationswechsel der Dirigenten in den frühen sechziger Jahren konstant. Einige in der Weimarer Zeit gegründete Institutionen des Gronauer Kulturlebens bestehen bis heute. Die lokale Jazzgeschichte der 40er und 50er Jahre schreibt sich bis in die Gronauer Jazztage auf internationaler Ebene fort. Durch die Einrichtung des Rock´n Pop-Museums wird sie historisch dokumentiert. Aus der Enkelgeneration der Gronauer Musiker-Nachkommen gehen parallele Impulse aus, die Nachlässe von Gronauer Musikern zu dokumentieren und an das reichhaltige Musikleben "von unten" durch Kulturprojekte zu erinnern.

Dieses Projekt wird von Alfred Hagemann und Elmar Hoff getragen.

Es ist ein Non-Profit-Projekt, getragen von bürgerschaftlichem Engagement.