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Presseberichte Test

 

     

 

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Gronau – Gospelkonzert

Pieter Dirk Herfst lockten in seiner Jugendzeit die Ozeandampfer. Als Pianist wollte er zwischen Europa und Amerika pendeln. Stattdessen ergab sich aber die Möglichkeit, nach Deutschland zu gehen – und im Kaiserreich schnell Karriere zu machen. Über verschiedene Stationen in der Provinz führte ihn sein Weg zielstrebig nach Berlin, wo er als junger Mann bereits in namhaften Ensembles engagiert wurde. Die Kapelle Löwenthal, die im Haus Vaterland in den 1920er-Jahren Erfolge feiern sollte, verließ er nach einigen Jahren wegen eines öffentlichen Zanks auf dem Podium. In der Potsdamer Straße, nur wenige Gehminuten vom Potsdamer Platz entfernt, fand er 1912 in einem luxuriösen Restaurant ein neues Engagement.

Das „Grand Gala“ war nach heutigem Sprachgebrauch ein Designer-Restaurant nach neuestem Geschmack. Der Architekt Paul Renner (1878-1956) gestaltete die Inneneinrichtung, die 1913 in einem mehrseitigen Artikel der Zeitschrift „Innendekoration: mein Heim, mein Stolz“ gewürdigt wurde: Farbeffekte in Goldgelb und Grün, Barschränke aus Metall, verspiegelte oder mit Stoff bezogene Wände und künstliche Beleuchtung weisen bereits in Richtung „Neue Sachlichkeit“ und lassen den wilhelminischen Pomp hinter sich. Freitreppe, Bar, Konversationszimmer, Plauderecke – es fehlte an nichts. Das aus der Gründerzeit stammende Gebäude an der Potsdamerstraße 91 in Berlin-Tiergarten steht bis heute, wirkt aber nach zwei Weltkriegen und Umbauten heruntergekommen, steht zurzeit leer.

Ganz anders das Bild vor dem Ersten Weltkrieg: Gleich zwei Orchester leistete sich das noble Weinrestaurant, das seine Türen von abends um acht bis morgens um vier öffnete. Das Jahr 1913 war aber auch das Jahr, in dem der argentinische Tango und eine überdrehte „Tangomanie“ von Paris aus Berlin erreichte. Auch Pieter Herfst und sein Orchester waren am Puls der Zeit und nahmen sofort die neuartige, rhythmische und erotisierende Tangomusik in ihr Repertoire auf. Der Tango und die Tangomode brachen mit gewohnten Traditionen und sorgten immer wieder für Skandale. Am 20. November 1913 verbot Kaiser Wilhelm II., dass seine Offiziere in Uniform Tango tanzten. Gut eine Woche später nahm Pieter Herfst mit seinem „Orchester P. D. Herfst“ seine erste Tangoplatte auf.